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Kambodscha

Vergilbter Glanz eines Königreiches

Kambodscha ist nach wie vor eines der ärmsten Länder in Südostasien. 20 Prozent der Haushalte leben unterhalb der nationalen Armutsgrenze. Der Anteil der Kinderarbeit bei unter 14-jährigen liegt aktuell bei 36 %, wobei ihr Anteil an der Gesamtbevölkerung knapp 50% beträgt.

Über 70 Prozent der Haushalte sind von der Landwirtschaft als Einkommensquelle abhängig. Das Wirtschaftswachstum konzentriert sich auf den Exportsektor, und hier vor allem auf Textilverarbeitung und Tourismus. Der Mangel an Arbeitsplätzen, fehlender Zugang zu Bildung, die Konzentration des Tourismus auf wenige städtische Zentren und unsichere Migration haben ein großes soziales und wirtschaftliches Ungleichgewicht zwischen Land und Stadt zur Folge.

Eine traurige Tatsache ist die niedrige Stellung der Frau in Kambodscha, sowohl in gesellschaftlicher als auch in politischer Hinsicht. Das zeigt sich in steigender häuslicher Gewalt und im Menschenhandel. Das Ministerium für Soziales und Jugend in Kambodscha hat herausgefunden, dass 76 Prozent vormaliger Opfer von Menschenhandel, die nach ihrer Verschleppung nach Thailand zurückkehrten, aus Familien vom Land stammten. 47 Prozent der Betroffenen erklärten, dass ihre Mütter die Vermittlerinnen ihres Verkaufs waren.

Frauen, Männer und Kinder aus Kambodscha werden Opfer von sexueller Ausbeutung und Zwangsarbeit in Fabriken und privaten Haushalten. Sie werden nach Thailand, Malaysia, Macao und Taiwan verkauft. Männer müssen zwangsweise in der Landwirtschaft, der Fischerei und der Bauindustrie arbeiten. Frauen werden sexuell ausgebeutet, arbeiten als Fabrikssklavinnen und als Haushaltshilfen. Kinder werden verkauft und sexuell ausgenutzt. Sie müssen zwangsweise in organisierten Bettelringen auf der Straße betteln oder Kleinigkeiten verkaufen. Die kambodschanische Nationalversammlung hat einstimmig das Gesetz gegen Menschenhandel und sexuelle Ausbeutung verabschiedet. Weiters betreibt sie zwei Schutzhäuser und kollaboriert mit NGOs, um die Wieder-Integration der Opfer in die Gesellschaft zu unterstützen.

Auf die Durchsetzung der Gesetze wird mehr Augenmerk gelegt. Immigrationsbehörden identifizieren Opfer innerhalb verwundbarer Gruppen, wie beispielsweise unter Prostituieren, und verweisen sie auf die jeweiligen Bezirksstellen des Sozialministeriums. Dort werden die Mädchen und Frauen befragt und je nach Bedarf an Langzeit- oder Kurzzeitschutzhäuser unterschiedlicher NGOs weiterverwiesen. Trotz dieser erst in den letzten Jahren verstärkten Bemühungen seitens des Staates ist Menschenhandel ein weiter wachsendes Problem in Kambodscha. Es ist evident, dass das Netzwerk der MenschenhändlerInnen auch deswegen so gut funktioniert, weil Teile der Polizei und Behörden involviert sind.


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