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Nicaragua

Nicaragua gehört bis heute zu den ärmsten Ländern Zentralamerikas. Bekannt wurde das Land inmitten der Landbrücke zwischen Süden und Norden durch die Revolution der Sandinistinnen und Sandinisten Ende der 1970er, Anfang der 1980er Jahre.

Generell in Nicaragua, und speziell in dem Projektgebiet in Chinandega, sind der "machismo" und innerfamiliäre körperliche, psychische und sexuelle Gewalt gegen Frauen und Mädchen - in zunehmendem Maße auch Buben - weit verbreitet, was ein ernstes soziales Problem mit weit reichenden negativen Auswirkungen darstellt.

Es gibt in Nicaragua zwar sehr gute Gesetze zum Schutz von Frauen und Kindern und gegen Gewalt, aber ein großes Problem ist, dass die meisten Frauen die Gesetzeslage nicht kennen. Sie ertragen oft widerspruchslos Gewalt und Unrecht mit der Vorstellung dies sei „normal“. Viele Männer nützen diese Unwissenheit aus. Sie verlassen zum Beispiel ihre Familie und versuchen sich den Unterhaltszahlungen entziehen ohne an die Bedürfnisse und Nöte ihrer eigenen Kinder zu denken. Außerdem ist in weiten Teilen des Landes die Auffassung noch weit verbreitet, dass es sich bei Gewalt um eine "private Angelegenheit" handelt, wobei dem "Mann die Hand ausgerutscht sei" und die Frau oder das Mädchen "wohl auch selbst daran Schuld trage" oder den Täter "provoziert habe". Auch Frauenmorde werden als "normale Todesfälle" vertuscht und oft nicht weiter verfolgt. Viele Frauen haben Angst zur Polizei zu gehen und Anzeige zu erstatten, da sie vom Aggressor bedroht werden und kaum mit Unterstützung rechnen können.

Im Juni 2012 ist ein neues Gesetz gegen Gewalt an Frauen in Kraft getreten. Das erste Mal in der Geschichte Nicaraguas werden alle Formen von Gewalt gegen Frauen (sowohl im öffentlichen wie auch im privaten Bereich) benannt und unter Strafe gestellt. Frauenmorde so genannte Femizide finden zum ersten Mal Eingang in die Gesetzgebung und werden unter hohe Strafe gestellt. Das Gesetz wurde in Nicaragua als großer Erfolg der Frauenbewegungen gefeiert.

Mit Unterstützung des MIRIAM- Projekts können Frauen in Nicaragua ihre Rechte einfordern und erhalten rechtliche und psychologische Beratung.


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