Brot für die Welt:
Es ist genug für alle da!

Welternährungstag 2017

Welternährungstag 2017

Zahl an Hungernde seit Jahren wieder steigend


Die jüngsten Zahlen der Welternährungsorganisation FAO, die jährlich anlässlich des Welternährungstages am 16. Oktober veröffentlicht werden sind alarmierend. Erstmals seit vielen Jahren ist die Zahl der Menschen, die hungrig zu Bett gehen, wieder gestiegen: 815 Millionen Menschen leiden an chronischem Hunger. Das sind rund 38 Millionen mehr an als im Jahr zuvor.

Die erzwungene Öffnung der Agrarmärkte in Ländern des Globalen Südens, die Spekulation mit Nahrungsmitteln, die Dominanz des industriellen Ernährungssystems und die dadurch verursachte Verdrängung kleinbäuerlicher Landwirtschaft sind die zentralsten Probleme.

„Die globalen Märkte, auf denen Lebensmittel nur eine Spekulationsware unter vielen darstellen, haben gezeigt, dass sie nicht in der Lage sind, dringende Probleme wie den globalen Hunger zu lösen. Ganz im Gegenteil, die Zahl der Hungernden steigt aktuell an", erklärt Dagmar Lassmann, Leiterin von Brot für die Welt.

Es ist genug für alle da!

Dabei gibt es mehr als genug Nahrungsmittel für die über sieben Milliarden Menschen auf der Erde. Wenn trotzdem Menschen hungern, liegt das am ungleichen Zugang zu den Nahrungsmitteln, an Lebensmittelverschwendung, dem Verlust sowie der Verwendung der Nahrungsmittel für andere Zwecke als für die menschliche Ernährung. Vor allem aber fehlt vielen Armen ein hinreichendes Einkommen, um genügend Nahrungsmittel zu kaufen. Neben der ausreichenden Versorgung mit Nahrungsmitteln ist aber auch die Qualität der Nahrung entscheidend. Oft fehlt es an wichtigen Nährstoffen und Vitaminen, die Ernährung ist zu einseitig, Fehl- und Mangelernährung sind die Folge.

Einer der Schlüssel im Kampf gegen Hunger und Mangelernährung liegt in der ländlichen Entwicklung. 70 bis 80 Prozent aller Hungernden leben auf dem Land.

Wege aus Hunger und Armut

Deshalb setzt sich Brot für die Welt gemeinsam mit seinen PartnerInnen in aller Welt dafür ein, dass bäuerliche Familienbetriebe genügend Land haben, um die Familie das ganze Jahr über ausreichend und gesund zu ernähren. Sie müssen die Kontrolle über ihr Saatgut behalten, um nicht in Abhängigkeit zu Saatgutherstellern und Banken zu geraten. Und sie müssen wissen, wie sie ihr Land so bebauen, dass es auch in Zeiten des Klimawandels langfristig und für zukünftige Generationen fruchtbar bleibt. Ebenso unterstützt Brot für die Welt die handwerkliche Fischerei, Indigene und Hirten, um ihren Beitrag gegen Hunger und Mangelernährung nachhaltig zu stärken.

Auf internationaler Ebene setzt sich Brot für die Welt dafür ein, dass das Menschenrecht auf Nahrung nicht nur auf dem Papier steht. Das bedeutet auch, dass die Agrar- und Fischereipolitik in den Ländern Afrikas, Asiens und Lateinamerikas so gestaltet werden soll, dass sie die bäuerliche Landwirtschaft und Fischerei stärkt und Hunger beseitigt. Auch sollten die Produkte der regionalen Landwirtschaft nicht durch subventionierte Billigimporte  vom Weltmarkt verdrängt werden oder Lebensmittelpreise durch Nahrungsmittelspekulation angeheizt werden. Brot für die Welt setzt sich für faire Handelsabkommen mit Entwicklungsländern und gegen Agrarsubventionen ein, die Produkte aus armen Ländern benachteiligen.

Was Sie tun können

Kaufen Sie nicht mehr Nahrungsmittel, als Sie auch essen. Zwar sind die Ursachen für Hunger regional sehr unterschiedlich. Dennoch kann sich jedes Lebensmittel, das nicht verschwendet wird, indirekt auf die Ernährungssituation in den Entwicklungsländern auswirken. Achten Sie bei Ihrem Einkauf darauf, dass Sie Produkte aus Fairem Handel in Ihren Wagen legen. Durch sie erhalten Produzenten mehr vom Kaufpreis, so dass sie ihr Leben in Würde leben können. Und achten Sie – wenn es Ihnen möglich ist – darauf, nicht unbedingt die billigsten Nahrungsmittel zu kaufen. Auch die Bäuerinnen und Bauern in Österreich benötigen einen gerechten Lohn, um auf ihr Land und ihre Tiere achtgeben zu können.

Ihre AnsprechpartnerInnen


Frau MMagª
Aleksandra KOLODZIEJCZYK
Entwicklungspolitische Referentin
Tel.:
+43 (0) 1/ 402 67 54-3103

Frau Magª
Martina MATHE
Öffentlichkeitsarbeit
Tel.:
+43 (0) 1/ 402 67 54-1110