Satt ist gut. Saatgut ist besser.

Brot für die Welt - Würde für den Menschen
Indien: Mahadev Prasad Nautiyal (53) ist der Saatgutbewahrer in Gundiyat Gaon, einem Dorf im Projektgebiet der Organisation Navdanya © Brot für die Welt
Indien: Ernte und Saatgut in Gundiyat Gaon, einem Dorf im Rawain Tal an den Auslaeufern des Himalaya © Brot für die Welt
Indien: Die Frauen um Gulabidevi (60;r.) bei der Ernte von Hirse nahe Gundiyat Gaon, einem Dorf im Projektgebiet der Organisation Navdanya. © Brot für die Welt

Vielfalt statt Einfalt.

Brot für die Welt setzt sich dafür ein, dass alle Menschen satt werden. Aber satt allein ist nicht genug. Für eine gute körperliche und geistige Entwicklung sind Nährstoffe wie Eisen, Zink, Jod und Vitamine unerlässlich. Zwei Milliarden Menschen fehlen die für ein gesundes Leben wichtigen Nährstoffe. Diese Mangelernährung hat schwerwiegende Folgen, besonders für Kinder: Sie bleiben oft in ihrer körperlichen und geistigen Entwicklung zurück oder sind anfällig für schwere Krankheiten.

Die industrialisierte Landwirtschaft mit ihren Monokulturen, chemischen Düngern und Pflanzenschutz verstärkt diese Entwicklung. Sie ist ausgelegt, vor allem gewinnbringende Hochertragssorten zu produzieren: Mais, Soja, Weizen, Kartoffeln. Die Vielfalt auf den Äckern geht hingegen dramatisch zurück. Rund 75 Prozent aller Sorten sind im letzten Jahrhundert unwiederbringlich verloren gegangen. Die Sortenvielfalt garantiert aber nicht nur die einzige Versicherung gegen sich unabsehbar wandelnde klimatische Bedingungen, sondern auch gegen sich weltweit ausbreitende Pflanzenkrankheiten.

Diese Entwicklung betrifft nicht nur westliche Länder - sie macht auch vor den Ländern des globalen Südens keinen Halt. Zum Beispiel Indien. Mangelernährung und Hunger sind dort weit verbreitet. Viele Bauernfamilien betreiben Monokulturen - traditionelle, nährstoffreiche Feldfrüchte werden nicht mehr angebaut. Zu verlockend schienen ihnen die Gewin¬ne, die sie sich vom Anbau von hochgezüchteten Pflanzen versprachen.

Der indische Staat hat die von multinationalen Konzernen wie Monsanto kontrollierte industrielle Landwirtschaft, die auf einem hohen Einsatz von chemischen Düngemitteln und Pestiziden sowie auf Monokulturen basiert, jahrelang stark gefördert. Das Resultat: viele kleine Familienbetriebe auf dem Land kämpfen ums Überleben „Viele Bauernfamilien in Indien bauen nur noch eine einzige Pflanze an, zum Beispiel Baumwolle“, klagt Vandana Shiva, Gründerin der Brot für die Welt-Partnerorganisation Navdanya. "Um sich das teure Hybridsaatgut sowie chemische Düngemittel und Pestizide leisten zu können, verschulden sie sich. Wenn dann eine Missernte kommt, können sie ihre Schulden nicht mehr zurückzahlen – und haben zudem nichts zu essen, weil sie keine Nahrungspflanzen für den Eigenbedarf mehr anbauen.“

So hilft Brot für die Welt

Auf der Versuchsfarm von Navdanya werden Kleinbäuerinnen und Kleinbauern geschult. Hier wachsen auf etwa 140 Hektar Land eine Vielzahl traditioneller Nahrungspflanzen. In Navdanyas Saatgutbank lagern geschätzte 1.000 Sorten Saatgut. Die Kleinbauernfamilien bekommen von Navdanya nicht nur traditionelle Saatgutsorten zur Verfügung gestellt, sondern lernen auch, wie nachhaltiger, ökologischer Anbau funktioniert.

Dank der Arbeit von Navdanya wurden längst in Vergessenheit geratene Sorten wiederentdeckt: „Die ‚vergessenen Nahrungsmittel‘ bieten oft einen hohen Nährwert“, erläutert Vandana Shiva. „Die Fingerhirse zum Beispiel enthält viel Kalzium, Eisen und Spurenelemente.“ Auch dank der Arbeit von Navdanya ist die Pflanze indienweit wieder populär geworden. „Inzwischen geben unsere Bäuerinnen sogar Kochkurse für Frauen in den Städten“, erzählt Vandana Shiva stolz.

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→ Alle Informationen zum Projekt: Zukunft durch Vielfalt

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  • Indien: Mahadev Prasad Nautiyal (53) ist der Saatgutbewahrer in Gundiyat Gaon, einem Dorf im Projektgebiet der Organisation Navdanya © Brot für die Welt
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  • Indien: Die Frauen um Gulabidevi (60;r.) bei der Ernte von Hirse nahe Gundiyat Gaon, einem Dorf im Projektgebiet der Organisation Navdanya. © Brot für die Welt


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