Blog-Beitrag

Ja, es gibt sie und wir können was tun

Die Stigmatisierung und Diskriminierung von Betroffenen mit psychischen Erkrankungen muss beendet werden. Denn die psychische Gesundheit spielt bei Verwirklichung aller Menschenrechte von Frauen und Mädchen eine zentrale Rolle.

Von MMagª Aleksandra Kolodziejczyk am | Geschlechtergerechtigkeit
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„Frauen mit denen ich arbeite nehmen ihre psychischen Probleme nicht als das wahr, was sie sind: eine Erkrankung, die behandelt werden muss“, erzählt Upasana Chauhan, die in Indien Frauen betreut, die im Kindesalter zwangsverheiratet wurden. Diese Erfahrung deckt sich mit Schätzungen der Weltgesundheitsorganisation, wonach zwei Drittel der 450 Millionen Menschen mit psychischen Erkrankungen keine Behandlung in Anspruch nehmen.

„Bei psychischen Erkrankungen wird noch immer weggesehen. Sie sind nicht ausreichend erfasst. Betroffene werden stigmatisiert und diskriminiert. Ausreichende und angemessene Prävention und Gesundheitsversorgung fehlen als Folge“, fasst Courtney Carson von „Women Deliver“ die Situation vieler Betroffener zusammen. Psychische Erkrankungen von Frauen und Mädchen stehen in enger Wechselwirkung mit geschlechterbasierter Gewalt, Einkommensungleichheit, unbezahlter Pflegearbeit, Armut und Hunger und Mangelernährung, um nur einige zu nennen.

Menschenrechtsverletzungen können somit Ursache als auch Folge von psychischen Erkrankungen sein. Häufig sind sie auch beides zugleich. Alle Diskutantinnen auf der UN-Frauenstatuskommission waren sich jedenfalls einig: Wenn wir die Verwirklichung aller Menschenrechte von Frauen und Mädchen anstreben, müssen wir die wichtige Rolle der psychischen Gesundheit anerkennen und adressieren.

Brot für die Welt unterstützt in einem von der österreichischen Entwicklungszusammenarbeit ko-finanzierten Projekt die psychosoziale Gesundheit von geschiedenen Frauen und jungen Paaren im Westjordanland. Unsere Partnerorganisation GTC setzt sich vor Ort dafür ein, dass psychische Erkrankungen entstigmatisiert werden und Betroffene angemessene psychologische Unterstützung und Begleitung erhalten. Auch Upasana Chauhan setzt sich in Indien dafür ein, dass die öffentliche Gesundheitsversorgung auf psychische Erkrankungen ausgeweitet wird. Gemeinsame Anliegen an verschiedenen Orten der Welt.


 
Aleksandra Kolodziejczyk, Referentin für Geschlechtergerechtigkeit von Brot für die Welt Österreich, berichtet von ihren Eindrücken von der 63. Tagung der UN-Frauenstatuskommission in New York.