Pressemeldung

Weltweiter Rückschritt: Jedes vierte Land verzeichnet Verschlechterungen bei Frauenrechten


Die Lage der Frauenrechte verschärft sich weltweit: Laut Berichten verzeichnet jedes vierte Land Rückschritte bei Gleichstellung und Schutz von Frauen (UN Women).

„Errungenschaften der vergangenen Jahrzehnte geraten zunehmend unter Druck. In vielen Regionen nimmt Diskriminierung, rechtliche Benachteiligung und Gewalt an Frauen wieder zu. Deshalb ist es umso wichtiger, dass jedes Projekt von Brot für die Welt auch Frauenrechte im Fokus hat - und zur Förderung von Gerechtigkeit beiträgt“, so Simone Peter, Leitung von Brot für die Welt Österreich.

Frauenrechte weltweit unter massivem Druck

Besonders betroffen sind Länder in Südasien, dem Nahen Osten und Teilen Afrikas. Doch auch in Europa und Nordamerika zeigen sich Rückschritte. „Die Entwicklung ist äußerst besorgniserregend! In vielen Staaten werden Schutzgesetze geschwächt, politische Mitbestimmung eingeschränkt und wirtschaftliche Ungleichheiten verschärft“, sagt Simone Peter. Auch werde der Zugang zu reproduktiver Gesundheitsversorgung in vielen Ländern zunehmend eingeschränkt.

Gewalt gegen Frauen bleibt oft unsichtbar

Besonders alarmierend ist ein deutlicher Anstieg sexueller Gewalttaten in Konflikten seit dem Jahr 2022. In 95 Prozent der dokumentierten Fälle sind Frauen und Mädchen betroffen. Laut UN Women wird alle zehn Minuten eine Frau oder ein Mädchen von einem Partner oder Familienmitglied getötet.

Auch in Europa ist die Lage ernst. Die EU-Erhebung zu geschlechtsspezifischer Gewalt zeigt auf, dass jede dritte Frau in der EU körperliche oder sexuelle Gewalt erlebt. Besonders Partnerschaftsgewalt bleibt häufig unsichtbar, da sie deutlich seltener angezeigt wird als Übergriffe durch Nichtpartner. Gewalt gegen Frauen – auch im digitalen Raum – wird nach wie vor zu oft verharmlost oder institutionell vernachlässigt.

Forderungen an die Politik

In dieser Zeit politischer Instabilität, wirtschaftlicher Krisen und autoritärer Entwicklungen ist es umso dringender, entschlossene politische Maßnahmen zu treffen. Deshalb fordern Diakonie und Brot für die Welt, dass „auf politischer Ebene rasche und wirksame Maßnahmen zum Schutz von Frauen und Mädchen getroffen werden, sowie dass Frauenrechts- und Frauenschutzeinrichtungen finanziell stärker unterstützt werden.“ Auch Bildungsoffensiven zum Abbau von Geschlechterstereotypen müssen vermehrt gestartet werden.
 

Brot für die Welt Projekt stärkt Rechte von Frauen in Bolivien

In Bolivien, dem Land mit den höchsten Gewalttaten an Frauen in ganz Lateinamerika, ermöglicht Brot für die Welt, dass Frauen Berufsausbildungen in Handwerksberufen bekommen und damit eigenes Einkommen erzielen. Die finanzielle Unabhängigkeit sowie die Beratung und Begleitung hilft ihnen dabei, sich aus gewaltvollen Beziehungen lösen zu können.