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Kenia: Hygiene und Bildung in der Corona-Pandemie

Die Zahl der bestätigten Corona-Fälle ist in Kenia zuletzt stark gestiegen. Die Regierung setzt daher strenge Maßnahmen, um eine Ausbreitung des Virus zu verhindern. Restaurants und Bars sind geschlossen, der internationale Flugverkehr ist eingestellt. Die Reisefreiheit auch zwischen den Provinzen wurde massiv eingeschränkt und es gibt eine nächtliche Ausgangssperre.

Von Magª Simone Peter am | Coronavirus , Aus den Projekten
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Die Regierungsmaßnahmen zur Eindämmung von COVID-19 betreffen auch die beiden Schulen unseres Projektes 'Hope for future' in Korogocho, einem der größten Slums in der Hauptstadt Nairobi. Seit Ende März sind alle Schulen in Kenia geschlossen, und bisher wurde noch kein Termin zur Wiedereröffnung angekündigt.

Die Situation für die Menschen in Korogocho, besonders für die Kinder ist schlimm. Durch die Schließung der Schulen gibt es für die Kinder auch kein tägliches Mittagessen, keine gesunde Jause mehr. Für viele Kinder war das jedoch die einzige Mahlzeit am Tag. „Die Ernährungssituation war schon immer prekär, aber durch die Corona-Maßnahmen hat sie sich um ein Vielfaches verschärft.“ berichtet Projektleiter Pastor Idaki. Erst im März hat eine Untersuchung an den Schulen ergeben, dass ein Drittel der rund 2.000 Kinder an Mangelernährung leidet, vor allem Kinder mit chronischen Krankheiten sind davon besonders betroffen.

Die meisten Eltern und Erwachsenen in Korogocho leben von informellen Jobs, dem Recyceln des Abfalls der Metropole Nairobi. Lokale Märkte sind jedoch aufgrund der Maßnahmen zur Prävention von COVID-19 geschlossen und damit gibt es auch keine Einkommensquelle für die meisten Menschen hier. Die versprochenen Unterstützungsprogramme der Regierung sind bisher noch nicht in Korogocho angekommen.

Im Schulbereich hat die Regierung auf digitale Bildungsmaßnahmen umgestellt. „Für drei von vier Kindern in unseren Schulen ist die digitale Schule eine Illusion, kaum eine Familie hat ein Smartphone und falls doch, kein Geld für Internet.“ erzählt eine Lehrerin der Makao Projektschule. Deshalb werden nun die wichtigsten Unterrichtsunterlagen gedruckt und gemeinsam mit Seife, Grundnahrungsmitteln und Masken an die Kinder verteilt. Das soll Anreiz und Hilfe zu gleich sein, damit die Kinder nicht zu lange ohne Bildung verbringen.

Ungefähr ein Drittel der Haushalte in Korogocho hat keinen Zugang zu hygienischen Wasserquellen. Um die Ansteckungsgefahr für die Menschen zu verringern werden deshalb mehrere Händewaschstationen in der Nähe der Schulen aufgestellt sowie Informationsmaterial zu den wichtigsten Hygienemaßnahmen ausgeteilt. SchülerInnen erhalten noch zusätzlich Desinfektionsmittel.

Auch die Ausbildungs-Bäckerei des Projektes, die 'Angel's Bakery', hat sich auf Corona eingestellt. Alle MitarbeiterInnen haben ein gemeinsames Hygienetraining durchgeführt. Masken, Desinfektionsmittel und die mehrmalige tägliche Reinigung und Desinfektion aller Bereiche und auch der Lieferfahrzeuge gehören nun zum Alltag. Durch diese Schutzmaßnahmen können die BäckerInnen weiterhin Brot produzieren und vor allem lokal in Korogocho verkaufen, denn längere Lieferrouten sind aktuell nur mit Ausnahmegenehmigungen möglich.