Brot für die Welt:
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Protestaktion am Ballhausplatz 2015 © Globale Verantwortung

Österreich rechnet sich Entwicklungshilfe schön

Ostafrika hungert, Österreich budgetiert für sich selbst.


Die OECD hat heute die Zahlen der öffentlichen Entwicklungshilfeleistungen (ODA) ihrer Mitgliedsländer veröffentlicht. Österreich weist dabei eine Quote von 0,41 Prozent des Bruttonationaleinkommens auf.

„Leider hilft dies nicht den verhungernden Menschen in Ostafrika, denn die Erhöhung von 0,35 Prozent (2015) auf 0,41 Prozent ist großteils auf eine nochmalige Steigerung bei der Einberechnung der Kosten für die Betreuung von Flüchtlingen in Österreich zurückzuführen. 539 Millionen Euro werden als österreichische Entwicklungshilfe verbucht, haben damit aber nichts zu tun“, stellt Annelies Vilim, Geschäftsführerin des Dachverbandes AG Globale Verantwortung für entwicklungspolitische und humanitäre Nichtregierungsorganisationen fest.

„Diese Budgetkosmetik ist zwar von der OECD erlaubt, trägt aber nichts zur unmittelbaren, projektbezogenen Entwicklungszusammenarbeit bei. In Ostafrika sind wir mit einer Hungerkrise ungeahnten Ausmaßes konfrontiert, die viel zitierte Steigerung der „Hilfe vor Ort“ findet sich nicht in den aktuellen Zahlen. Die Gelder für Entwicklungszusammenarbeit, die Österreich für Flüchtlingshilfe einrechnet, betragen mehr als das zehnfache der konkreten Projekthilfe für ganz Afrika. Wir wollen nicht die Ärmsten der Armen gegeneinander ausspielen, möchten aber sichergestellt wissen, dass Österreich nachhaltige Entwicklung in den ärmsten Ländern der Erde fördert und ausreichend dotiert“, so Vilim weiter.

Als Mitglied des Dachverbands Globale Verantwortung setzt sich Brot für die Welt gemeinsam mit vielen anderen NGOs seit Jahren für eine schnelle und spürbare Erhöhung der Entwicklungszusammenarbeit-Mittel  ein. Bereits vor über vierzig Jahren haben die Vereinten Nationen das Ziel beschlossen, Länder sollen 0,7 Prozent des BNE für Entwicklungszusammenarbeit bereitstellen. Auch Österreich hat diesem Ziel gegen Hunger und Armut zugestimmt, ist aber im Gegensatz zu Ländern wie Luxemburg, Großbritannien, Dänemark oder Schweden noch weit davon entfernt.

"Österreich darf den Kopf nicht in den Sand stecken. Angesichts von Hungerkatastrophen, Klimawandel und Fluchtbewegungen muss unsere Bundesregierung endlich die österreichische Entwicklungshilfe auf die versprochenen 0,7 Prozent des BNE anheben, so wie es die Staatengemeinschaft vorsieht“, fordert deshalb Bischof Michael Bünker, Schirmherr von Brot für die Welt.

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