Unser tägliches Brot ist:
Wenn Müll zu Gold wird

Brasilien: Celoi Saraiva da Rosa (46) an ihrem Arbeitsplatz in der Mülltrennungshalle der Kooperative ASCAT im Süden von Porto Alegre © Thomas Lohnes
Brasilien: Celoi Saraiva da Rosa (46) an ihrem Arbeitsplatz in der Mülltrennungshalle der Kooperative ASCAT im Süden von Porto Alegre © Thomas Lohnes
Brasilien: Täglich werden zwölf LKW-Ladungen Müll in der Mülltrennungshalle der Kooperative ASCAT im Süden von Porto Alegre angeliefert © Thomas Lohnes
Brasilien: Celoi Saraiva da Rosa (46, l.) an ihrem Arbeitsplatz in der Mülltrennungshalle der Kooperative ASCAT im Süden von Porto Alegre © Thomas Lohnes
Brasilien: Zuhause bei Celoi Saraiva da Rosa (46) und ihrer Großfamilie © Thomas Lohnes
Brasilien: Müllsammler mit Wagen in Brasilien © Thomas Lohnes
Brasilien: Müllsammler mit Wagen in Brasilien © Thomas Lohnes
Brasilien: Toninho Vladimir Darosa de Souza (34) sammelt in Porto Alegre Pappe, Plastik und Getränkedosen © Thomas Lohnes
Brasilien: Toninho Vladimir Darosa de Souza (34) sammelt in Porto Alegre Pappe, Plastik und Getränkedosen © Thomas Lohnes
Brasilien: Alex Cardoso von der Nationalen Wertstoffsammler-Bewegung MNCR setzt sich für die Verbesserung der Arbeits- und Lebensbedingungen der Müllsammler ein © Thomas Lohnes
Brasilien: Alex Cardoso von der Nationalen Wertstoffsammler-Bewegung MNCR setzt sich für die Verbesserung der Arbeits- und Lebensbedingungen der Müllsammler ein © Thomas Lohnes
Brasilien: Loreci Vieira (64) von der Kooperative "Cootracar" bei der Arbeit im Zwischenlager in Gravatai bei Porto Alegre © Thomas Lohnes
Brasilien: Arbeiterinnen der Kooperative "Cooltracar" trennen Müll auf der städtischen Müllhalde in Gravatai bei Porto Alegre © Thomas Lohnes
Brasilien: Loreci Vieira (64) von der Kooperative "Cootracar" bei der Arbeit im Zwischenlager in Gravatai bei Porto Alegre © Thomas Lohnes
Brasilien: Sebastiana Ribeiro (44, l.) und Loreci Vieira (64, r.) bei der Arbeit im Zwischenlager in Gravatai bei Porto Alegre © Thomas Lohnes

Wenn Müll zu Gold wird

Hunderttausende Menschen leben in den großen Städten Brasiliens vom Sammeln und Trennen von Wertstoffen. Die Lutherische Stiftung für Diakonie (FLD) setzt sich für ihre Rechte und für eine Verbesserung der Arbeits- und Lebensbedingungen der Wertstoffsammelnden ein.


Partnerorganisation: Lutherische Stiftung für Diakonie (FLD), Brasilien

„Müll ist für mich Gold, er bedeutet Gesundheit und Leben.“ Die 64-jährige Loreci Vieira ist eine von hunderttausenden Menschen, die in den großen Städten Brasiliens vom Sammeln und Trennen von Wertstoffen ihren Lebensunterhalt verdienen.

„Ich sammelte schon zehn Jahre lang ohne Wagen Alteisen und verdiente sehr wenig. Manchmal war ich verzweifelt“, erzählt sie. Dass es Loreci heute besser geht, ist zweifellos der Verdienst der Wertstoffsammler-Bewegung MNCR (Landesweite Bewegung der Sammlerinnen und Sammler recycelbarer Materialien), die 2001 gegründet wurde. MNCR, die von der Lutherischen Stiftung für Diakonie (FLD), einem Projektpartner von Brot für die Welt unterstützt wird, setzt sich für die Rechte und die Verbesserung der Arbeits- und Lebensbedingungen jener rund 500.000 Menschen ein, die in ganz Brasilien von den Wertstoffen leben. Im Laufe der Jahre hat sich die Organisation so zur größten städtischen sozialen Bewegung Brasiliens entwickelt. MNCR koordiniert aber auch die Arbeit von Wertstoff-Kooperativen, zu denen sich Wertstoffsammelnde zusammenschließen können.

Ziel ist nicht der Profit

Die Wertstoff-Kooperativen arbeiten nach dem Prinzip des solidarischen Wirtschaftens. Das heißt, ihr Ziel ist nicht der Profit, sondern die Befriedigung der Bedürfnisse ihrer Mitglieder. Jede Kooperative kann vom Sammeln über das Trennen bis zum Verkauf der Wertstoffe autonom handeln. Vor drei Jahren war es dann bei Loreci so weit. Seitdem ist sie eine von 43 Mitgliedern der Kooperative Cootracar, die in Gravataí, einer mittelgroßen Stadt rund 25 km von Porto Alegre entfernt, Wertstoffe sammeln und trennen. „Früher habe ich 200 Reais (ca. 65 Euro) im Monat verdient, heute sind es über 1.000 (ca. 325 Euro) Gerade habe ich begonnen, ein Haus zu bauen“, sagt sie stolz. Dank ihrer Mitgliedschaft in der Kooperative ist sie auch krankenversichert und wird einmal eine kleine Rente haben.

Das hier ist meine zweite Familie

Auch die 46-Jährige Celoi Saraiva da Rosa ist froh, in einer Wertstoff-Kooperative arbeiten zu können. „Das hier ist meine zweite Familie“, sagt Celoi. Seit ihrem vierten Lebensjahr sammelt Celoi, was andere wegwerfen. Gemeinsam mit ihrem Mann, ihren acht Kindern, Enkelkindern und auch etlichen Neffen und Nichten, die nach dem Drogentod dreier Brüder zu ihr gezogen sind, lebt und arbeitet sie im Armenviertel Cavalhada im Süden von Porto Alegre. 22 Menschen teilen sich drei Schlafzimmern und einen Wohn- und Essraum. Das Geld ist knapp und reicht der Großfamilie kaum, um über die Runden zu kommen. Und gerade deshalb ist Celoi froh, in der Wertstoff-Kooperative ASCAT einen sicheren und stabilen Arbeitsplatz gefunden zu haben.

„Vor 18 Jahren baute die Stadt diese Wertstofftrennungsanlage. Seitdem arbeite ich hier.“ Die Belegschaft der Kooperative ist stabil, sie besteht aus den Mitgliedern zweier Familien. Celoi ist ihre Koordinatorin. Täglich werden zwölf LKW-Ladungen Müll angeliefert - wöchentlich 150 Tonnen Recyclingmaterial. Mit einem Haken ziehen die Arbeiterinnen die Tüten zu sich heran, reißen sie auf und trennen flink deren Inhalt. „Auch Dinge, die nicht in das Recycling gehören, finden wir: tote Tiere oder Kondome“, beschreibt Celoi die unangenehme Seite der Arbeit.

Nach der Arbeit geht Celoi nach Hause. Obwohl das Chaos groß ist, funktioniert doch alles irgendwie: „Damit es kein Durcheinander gibt, haben alle eine Funktion, jeder und jede hat eine Aufgabe." "Ich koche dann für alle", sagt sie. „Das ist der Teil der Hausarbeit, den ich am liebsten mache. Ich bediene sie gerne“.

Projektstatus: laufend

Finanziert durch: Spenden

Spenden: Wenn Sie dieses Projekt unterstützen möchten, dann wählen Sie bitte beim Spendenzweck "Ernährung sichern". Vielen Dank!

Kostenbeispiele
€19 = Arbeitskleidung (T-Shirt und Hose)
€37 = 10 Paar Handschuhe
€121 = Handwagen zum Transportieren von Müll

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  • Brasilien: Alex Cardoso von der Nationalen Wertstoffsammler-Bewegung MNCR setzt sich für die Verbesserung der Arbeits- und Lebensbedingungen der Müllsammler ein © Thomas Lohnes
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"Rund 500.000 Menschen leben in Brasilien davon, was andere wegschmeißen."

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